Die Arbeit fängt offiziell um acht an. Am Anfang noch unsicher, wie genau es das Personal von FODDE mit der Pünktlichkeit nimmt, haben wir uns schnell die obligate Verspätung angeeignet. Die Velofahrt quer durch Kolda ist immer ein kleines Abenteuer, muss man sich doch seinen Weg zwischen hupenden Taxis, Schafherden, uns nachrennenden Kindern und streunenden Hunden suchen. Einmal angekommen bei unserer Arbeit, dreht man erst mal eine Runde und schüttelt alle Hände. Senegalesische Begrüssungsformeln können sich ins Unendliche langziehen, wir beschränken uns meistens auf ein paar ça va’s. Bald ist es auch schon Zeit für den zweiten Kaffee, für den wir gefürchtet sind bei unseren Arbeitskollegen. Dazu muss man wissen, dass der durchschnittliche Senegalese ca 4 Würfelzucker in eine Tasse Kaffee mischt (mögliche Steigerung bis zu 10!!) oder lieber gleich einen Milchkaffee trinkt, welcher aus einer halben Tasse gezuckerten Kondensmilch, ein bisschen Nescafepulver und heissem Wasser besteht. Verständlich, dass unser schwarzer Espresso nicht sonderlich grossen Anklang findet.
So um 10 Uhr fängt man dann meistens mal mit arbeiten an. Je nachdem steigen wir in den Jeep und habe eine Mission auf dem Land zu erfüllen, es steht irgendeine Besprechung an oder wir arbeiten an sonst einem Projekt. So gegen halb zwei machen wir uns dann auf in die Mittagspause. Wir haben uns bei unseren Nachbarn "eingemietet" zum Mittagessen, kommen also nach Hause und das Essen steht schon auf dem Tisch! Gemeinsam Essen hat in Senegal eine grosse Tradition, man isst immer von einem grossem Teller, wenn möglich am Boden und mit der Hand. Uns als Toubabs gesteht man allerdings meistens einen Löffel, Stuhl und Tisch zu... Das Mittagessen besteht immer aus Reis mit Sauce und Fisch oder Fleisch zubereitet nach verschiedenen Rezepten.
Die Mittagspause ist auch hier immer allzu schnell vorbei und nach 15 Uhr in der grössten Mittagshitze düsen wir wieder mit unseren Velos zurück zur Arbeit. Die Kinder des Quartiers warten regelmässig schon auf uns um flink auf den Gepäckträger aufzuhüpfen und ein bisschen mitzufahren =)
Der Nachmittag dauert offiziell von 15 bis 18 Uhr, wir sind allerdings öfters mal die letzten die gehen, da am Abend die Internetverbindung schnell ist und man ungestört surfen kann. Oder wir müssen mal wieder die Versäumisse unseres Koordinators nachholen und eine Nachtschicht einlegen, gefolgt von intensiven Diskussionen... Aber ansonsten ist der Arbietstag um ca. 19 Uhr zu Ende und wir stellen uns den Moskitos auf dem Heimweg. Eine kühle Dusche am Abend ist eine feine Sache, in Kolda allerdings mit ein bisschen Arbeit verbunden. Das Wasser muss aus einem ca vier Meter tiefen Brunnen hochgezogen werden, um dann in einem Eimer zur Dusche transportiert zu werden. Die Dusche besteht aus einem Abfluss, ebendiesem Eimer und einem kleinen Becher, um sich das Wasser über den Kopf zu leeren... Die Klos sehen denjenigen in Süditalien ziemlich ähnlich, aber zurück zu unserem Tagesablauf. Nach der Dusche machen wir uns auf, das Abendessen einzukaufen, meistens Brot mit La vache qui rit Käse und Gurke. Oder wir lassen uns mal wieder irgenwo einladen...Die Abende sind meistens nicht sehr lange, es gibt nicht allzuviel zu unternehmen und wir gehen so zwischen zehn und elf ins Bett, um noch ein bisschen zu lesen und dann auch schon einzuschlummern unter dem monotonen Summen des Ventilators...
Die berüchtigten Velos made in China
Kaffeemaschine im Einsatz (Danke Linda und Eva!!!!)
Sonntagsfrühstück mit Brioche und Senegal-Nutella
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