Montag, 17. November 2008

Transport in Senegal

Mobilität und Transport ist in Senegal nicht immer eine einfache Sache. Angefangen bei unseren qualitativ eher schlechten Fahrrädern aus China, über Taxis,deren Zustand eher an Schrottplatz denn an Strasse erinnert bis zu vollgestopften Minibussen mit Schafen auf dem Dach. Es gibt nichts das es nicht gibt auf Senegals Strassen, Pisten und anderen Wegen.Für uns können einige dieser Spezies und Basteleien wohl als Exotismus durchgehen, ein bisschen Abenteuer und ein bisschen weniger Glanz und Hightech wie bei uns. Für die Menschen hier allerdings ist Mobilität ohne eigenen Jeep eine denkbar schwierige Sache. Es gibt kein System, dass eine Reise von A nach B zu einem bestimmten Zeitpunkt garantieren könnte (ausser der Fähre Dakar-Zeguinchor, die zweimal in der Woche fährt, aber doppelt so teuer ist wie der Landweg). Auf den "Busbahnhöfen" wartet man je nach Nachfrage, bis das gewünschte Transportmittel voll ist (je grösser der Bus, desto höher der erforderte Geduldsfaktor...). Ganz abgesehen davon, dass jeder Chauffeur seine Kundenfänger hat, die potentielle Mitfahrer unter Vortäuschung falscher Tatsachen zu ihrem Vehikel locken, sodass man sich nie sicher ist, auch im Bus oder Taxi gelandet zu sein, dass als Nächstes abfährt. So hat uns zum Beispiel auf der Heimreise aus Kafountine der Ticketverkäufer am Schalter versichert, es gebe keine Sept-Place-Taxis nach Kolda und uns im Minibus plaziert, wofür er sich bestimmt seinen Teil des Preises gesichert hat... Nachgefragt beim Chauffeur von FODDE hatte der nur ein Lachen für uns übrig, da es immer Taxis nach Kolda gäbe. Tja... angekommen sind wir ja trotzdem

Busse und Bushtaxis gibt es niemals im Direktverkehr, unterwegs wird je nach Passagieranzahl alle paar hundert Meter angehalten, um jemanden oder etwas ein-oder auszuladen oder frei gewordene Sitze wieder aufzufüllen. Das heisst, manchmal wird auch aufgefüllt, ohne dass Sitze freigeworden wären. Das Gepäck und allfällige Tiertransporte befinden sich auf dem Dach. Wird ein Vehikel wegen Überbeladung von der Polizei angehalten, dann schmiert der Chauffeur ein bisschen und darf weiterfahren...den Passagieren bleibt, Vertrauen in Allah zu haben, dass nichts passiert...


Hier ein paar illustrierte Beispiele, da es ein bisschen schwierig ist, sich die Zustände der Autos hier vorzustellen...


Sept-Place Taxi:


Ausgebauter Peugot-Kombi, bei dem im Kofferraum nochmals eine Bank für 3 Personen eingebaut wurde. Macht Fahrer plus Beifahrer plus zwei mal drei Personen im Fond. An der Grenze zu Gambia mutieren die Sept-Places dann zu Neuf-Places (Zwei auf dem Beifahrersitz, vier in der ersten und drei in der zweiten Reihe)


Seines Zeichens das schnellste öffentliche Verkehrsmittel!!!





Minibusse oder Car rapide:


Manchmal über 20 Personen im Innern, auf einer Bank sitzen normalerweise vier bis fünf Personen, neben dem Fahrer nochmals ein Paar, der Gepäckboy auf dem Dach und ein paar stehen hinten auf dem Trittbrett..




4/4 Jeep von FODDE, sehr konfortabel, klimatisiert wenn erwünscht, max. 6-7 Personen (Bänke im Kofferraum), wir wissen diesen Konfort zu schätzen!!



La charette, Plätze ein bisschen schwierig zu bestimmen, aber beliebtes Trasportmittel für Material und Personen auf dem Land und in kleinen Städten wie Kolda. Als Zugtier können Esel, Pferde oder Kühe eingesetzt werden.

Hier in Kungheul, zwischen Tambacounda und Kaolack auf Besuch bei einem anderen Praktikum




La Pirogue, um zu fischen (eine Piroge kann bis zu einem Monat auf See bleiben mit bis zu dreissig Mann an Bord, ohne Kojen notabene!) oder illegal nach Europa auszuwandern (Konditionen, die wir uns wohl nur schwer vorstellen können..)










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